Seit Mittwoch bin ich ja schon wieder zuhause, aber ich wollte nochmal berichten, wie es dort war.
Am Montag morgen sind wir wieder in das Krankenhaus gefahren, wo ich schon meine erste Lebenswoche verbracht und auch danach ein paar Untersuchungen über mich ergehen lassen habe. Dort haben wir uns zuerst angemeldet und ich wurde von einer Frau Doktor untersucht. Danach ging es hoch auf Station, wo ich erstmal gestillt wurde und Mami es uns ein bißchen schön gemacht hat. Ich hatte nämlich ganz viel Spielzeug dabei, das in meinem Gitterbett verteilt werden wollte. Nur wenig später kam noch eine Mami mit ihrem Baby, die auch bei uns im Zimmer schlafen sollten. Mittags kam dann eine Stationstippse, um mich in den Finger zu pieken. Die wollte nur mein Bestes, nämlich mein Blut. Ich hab ganz doll geweint, als sie mich gepiekt hat, erstmal tat es weh und dann hat sie mich auch noch festgehalten und den Finger gedrückt, so dass ich gar nicht mehr fuchteln konnte. Mami hat mich zwar gestreichelt und mir erklärt, dass das sein muss, um festzustellen, ob ich ganz gesund bin, aber das hat nicht viel geholfen. Nachmittags kam dann die Narkoseärztin und hat mit Mami besprochen, wie ich schlafen gelegt werde. Die musste mich natürlich auch wieder nackig ausziehen lassen und mich abhören. Davon hab ich gleich wieder Hunger gekriegt. Irgendwann kam dann auch der Papi zu Besuch. Der ist aber ganz schnell wieder weg gewesen und hat was zu essen geholt. Mami hatte zwar schon Abendbrot, aber weil ich sie mittags nicht in die Kantine gelassen hab, hatte sie richtig Kohldampf und hat noch ne ganze Pizza verdrückt. Nachdem der Papi nach Hause gefahren war, hab ich um 23.00 Uhr nochmal eine Brust leer getrunken und bin dann eingeschlafen. Mami hat mich um 03.30 Uhr aufgeweckt und gewickelt, dabei hätte ich so gern einfach weitergeschlafen. Ich sollte aber unbedingt nochmal was trinken. Ok, hab ich der Mami also den Gefallen getan und nochmal eine Brust halb leer gemacht. Mehr hab ich wirklich nicht geschafft, ich war sooo müde. Bis 07.15 Uhr durfte ich auch noch schlafen, dann wurde es ganz laut und hektisch im Zimmer, dass ich wach geworden bin. Natürlich hatte ich Hunger, vor allem, als Mami mich ausgezogen, gewaschen und umgezogen hat. Aber mit meinem Nucki, viel Getrage, Gekuschel und Gesinge konnte ich es aushalten, zumal die Schwester mir so Tropfen gegeben hat, von denen mir ganz dummelig im Kopf wurde. Als der Papi endlich da war, wurde ich in mein Bettchen verfrachtet und ganz viele Gänge entlang geschoben. Vor einer großen Tür mussten Mami und Papi mir Tschüss sagen und waren auf einmal weg. Ich bin ganz allein mit den fremden Leuten in dem großen Raum gewesen und die waren nicht nett zu mir. Die haben mir so ein Ding aufs Gesicht gesetzt und mich wieder gepiekt. Zweimal in meine arme kleine Hand und weil das nicht so klappte, wie sie sich das gedacht hatten, haben sie mich in mein kleines Köpfchen gepiekt. Da musste ich wieder weinen. Dann wurde auf einmal alles ganz dunkel und so ganz richtig weiß ich erst wieder, dass ich in unserem Zimmer in meinem Bett lag und die Mami und der Papi wieder da waren. Ich durfte dann sofort bei Mami trinken. Die war ganz voll mit Milch, weil ich so lange geschlafen hatte. Sie hatte sogar schon zweimal Milch abgepumpt, weil sie schon übergelaufen ist. Den Rest des Tages habe ich so gut wie verschlafen, ich hab ab und zu noch bei Mami getrunken, aber weil ich über meinen Kopf-Tropfer ganz viel Flüssigkeit gekriegt hab, hatte ich gar nicht so großen Hunger. Durch den Tropfer musste ich auch gaaaanz viel Pipi. Als die Mami mich wickeln wollte, musste sie mich umziehen und der Schwester sagen, dass ich neue Bettwäsche brauche, weil ich auch ausgelaufen war. Die Nacht war auch ruhig, ich hab trotz Überwachungsmanchette am Fuß sehr gut geschlafen. Am Morgen hat die Mami sich, nachdem ich ein bißchen gegessen hatte, auch Frühstück geholt, danach habe ich wieder gegessen und Mami hat meine Untersuchungsergebnisse mit der Ärztin besprochen und noch einen Brief für meine Frau Doktor mitgekriegt. Als das erledigt war, kamen Oma und Opa und haben uns abgeholt. Zuhause hab ich den ganzen Tag über seeeehr viel gegessen, ich hatte ja viel Nachholbedarf. Also haben Mami und ich es uns auf dem Sofa gemütlich gemacht.
Ich bin sehr froh, dass wir wieder zuhause sind und alles wieder normal ist und meine Eltern nicht mehr so ängstlich und aufgeregt sind. Auch wenn Mami immer so getan hat, als wäre nichts und mit mir gespielt und gesungen hat wie immer, ich hab ganz genau gemerkt, dass da was im Busch ist. Durch Zufall hab ich mitgekriegt, dass wir im April schon wieder ins Krankenhaus müssen und dass wir dann wieder länger da bleiben müssen, weil ich aufgeschnitten werde. Mami hat mir aber versprochen, dass ich das nicht merke, weil ich eine Spritze kriege, die mich schlafen lässt und dass sie mich auch wieder zu nähen und dass sie wieder die ganze Zeit bei mir bleibt.
Jetzt genießen wir aber erstmal wieder die Zeit zusammen, lachen, singen, spielen und machen süße Geräusche und lernen mit jedem Tag was Neues.
Eure Mia Lara