Archiv für den Monat: Juni 2008

Immer im Kreis und Auf-auf-und-davon

Ich arbeite gerade hart daran, mich auf dem Bauch liegend fortzubewegen. Krabbeln will nicht so ganz klappen und auch vorwärts komme ich nicht. Dafür schiebe ich mich rückwärts über den Boden und drehe mich bäuchlings im Kreis.

Vorhin bin ich mit meinem Bein unterm Stuhl hängengeblieben und kam nicht mehr vor und nicht mehr zurück. Das hat mir gar nicht gepasst und Mama hat mich gerettet, bevor ich vor Wut und Frust richtig geweint habe.

Dann gibt es noch Neues, dass ich nicht mehr nur doof in der Gegend rumstehen will. Nein, wenn Mama mich vor sich hinstellt und meine Hände hält, laufe ich ein paar Schritte. Okay, das tue ich eher, um das Gleichgewicht wieder herzustellen, das ich verloren habe, aber immerhin weiß ich schon in etwa, wie es funktioniert.

Eure laufende Kreisel-Mia

Wieder mal Kontrolle

Letzten Freitag sind wir wieder nach Dortmund gefahren, damit mein Rücken nochmal angeguckt wird. Die junge Ärztin da meinte, mein Liquorkissen sei immer noch etwas da. Das könnte heißen, dass sich die Rückemarkshäute immer noch nicht richtig geschlossen haben, so dass immer wieder Hirnwasser rausfließt. Wenn das so wäre, müsste ich nochmal aufgeschnitten werden.

Weil sie das aber nicht so genau sagen konnte, wurden wir mal wieder zum Ultraschall geschickt. Da war eine Ärztin, die schonmal Ultraschall bei mir gemacht hat, als ich erst zwei Tage lang aus Mamas Bauch raus war. Die fand ich eigentlich ganz nett, aber ich musste schon wieder so lange auf dem Bauch liegen und da hatte ich keine Lust zu. Ich hab so doll geweint, dass ich sogar Pipi machen musste. Meine Socken sind dabei total pitschenass geworden, das war ärgerlich.

Rausgefunden hat die Ärztin allerdings auch nicht soviel, sie sagte, man könne es schlecht sehen. Aber sie hat uns die Bilder mitgegeben, die sollten wir der jungen Ärztin wiedergeben. Die hat daraufhin gesagt, dass sie die Bilder gern in großer Runde mit anderen Ärzten und dem Chefarzt besprechen möchte und dass sie uns anruft, wenn ein Ergebnis vorliegt. Sie hat uns auch angerufen und gesagt, dass wir einen Termin beim Chefarzt machen sollen.

Der war nun gestern. Der Doktor Albrecht hat mich ja auch operiert und kennt sich daher mit meinem Rücken am Besten aus. Er wollte mich also angucken und war total erstaunt, wie schnell ich mich vom Rücken auf den Bauch drehen kann. Dann hat er an mir rumgefühlt und gemeint, da wäre kein Wasser mehr, meine kleine Beule wäre nur überschüssige Haut und das würde sich mit der Zeit verwachsen. Er wolle mich nicht nochmal aufschneiden. Wir sollen nur im Auge behalten, wie ich Pipi mache und dass ich keinen Harnwegsinfekt bekomme. Ich dürfe mich auch so bewegen, wie ich möchte und müsse keine Rücksicht mehr auf meine Narbe nehmen. Da hat Mama sich aber sowieso keine Gedanken drüber gemacht, weil sie der Meinung ist, wenn ich von alleine sitzen und stehen möchte, wird das meiner Narbe auch nicht schaden.

Wenn wir nicht schon im Oktober den Termin in der Spina-Ambulanz hätten, würde er mich erst wiedersehen wollen, wenn ich zwei Jahre alt bin, aber so sollen wir den Termin halt ruhig wahrnehmen, schaden tut das ja nicht, auch wenn ich es nicht mag, dass mich dauernd jemand angucken will.

Das Einzige, was noch passieren könnte, ist, dass ich mit 3 oder 4 Jahren nicht auf meine Pampers verzichten kann, weil ich mein Pipi nicht richtig halten kann. Das müsste man dann doch nochmal operieren. Außerdem würde man in diesem Alter nochmal eine Kernspintomographie machen, um zu gucken, wie der Spinalkanal dann aussieht. Aber Mama ist ganz zuversichtlich, dass ich ganz von allein trocken werde und so eine Röhrensache hatte ich ja schon, davor machen wir uns nicht in die Hose.

Der Doktor hat Mama und mich am Schluss wieder gelobt und gesagt, ich wäre super entwickelt, es würde mir anscheinend sehr gut gehen und ich wirke glücklich und zufrieden. Das hören Mama und Papa immer wieder gern, obwohl ich ihnen doch jeden Tag zeige, dass sie mit mir alles richtig machen. Ich finde, wir können alle drei stolz auf uns sein!

Eure kontrollierte und für gut befundene Mia

Sitzen und Spielen

Ich hab was Neues gelernt: Wenn ich sitze und mich vorbeuge, kann ich mir meine Spielsachen selber holen. Ich bin dann immer so stolz, dass ich sie ganz hochhalte und damit rumwedle, damit Mama auch sieht, dass ich es wieder geschafft habe und mich lobt.

Dabei hab ich herausgefunden, dass mein roter Stoffwürfel tolle Quiekgeräusche macht, wenn man ihn schüttelt. Das macht Spaß!

Eure Schüttel-Mia

Großer Wurmwagen

Mama und Papa haben jetzt endlich einen großen Wurmwagen für mich gekauft und fahren mich nun mit ihm immer rum.
Der kleine schwarze Wurmwagen ist jetzt verschwunden. Schade irgendwie, da er richtig schön klein und knuffig war (also so wie ich). Meine Eltern sagen aber, dass er zuklein war. Das stimmt auch soweit, meinen großen grünen Wurmwagen für draußen in den kleinen schwarzen Wurmwagen zu bekommen hat, schon immer sehr lange gedauert. Und mich hinten anzuschnallen war auch immer gar nicht so einfach, aber wenn Mama alleine mit mir untewegs war, durfte ich ja meist nach vorne. Im neuen Wagen darf ich das aber nicht mehr.
Papa sagt, ich darf nicht mehr nach vorne, weil sich die Lufttaschen, die erst rauskommen, wenn das Auto irgendwo vorfährt, vorne nicht abschalten lassen. So ganz verstehe ich das auch nicht und ich vermisse die Mama neben mir immer ein wenig, wenn wir alleine unterwegs sind.

Schön ist der neue Wurmwagen aber auf jeden Fall:

Großer Wurmwagen

Und er hat ein ganz tolles Kennzeichen: XX-JC-2210. Die ersten Buchstaben stehen für die Stadt, in der wir wohnen, die zweiten Buchstaben für Papa und Mama und die Zahlen für mich. Das find ich cool, ich hab die meisten Zeichen!

Eure Brummbrumm-Mia

Doch noch gepiekt

Am Freitag morgen ist Mama schon wieder mit mir zu Frau Doktor gefahren und ich wurde untersucht und dann gepiekt. Diesmal hab ich allerdings nur eine Spritze gekriegt und hab auch gar nicht so viel geweint wie letztes Mal. Das fand Mama ja toll, sie mag das nicht, wenn ich weinen muss. Aber weil ich ja größer werde und durch die Krankenhausaufenthalte auch schon so oft gepiekt wurde, muss ich dabei nicht mehr so viel weinen.

Abends haben wir die Johanna und ihre Eltern besucht, wo unter anderem auch noch die Sara mit ihren Eltern war. Die Erwachsenen haben lecker Pizza gegessen und ich hab auch ein bißchen von den Brötchen abgekriegt. Zwischendurch hab ich auch noch ein Zäpfchen in meinen Po gekriegt und musste ganz viel trinken, weil mein Fieber mit 38,6 ° C doch ein bißchen hoch war. Außerdem melden sich meine Zähne im Moment ganz stark, so dass ich sowieso quengelig bin.

Das Quengelig-Sein kommt aber auch noch daher, dass ich viel mehr möchte, als ich kann. Ich möchte nämlich anfangen zu krabbeln, um an mein tolles Spielzeug zu kommen, das mir weggerollt ist, wenn ich auf dem Boden liege, aber ich krieg´s noch nicht hin, so sehr ich mich auch anstrenge. Das ist blöd und ich quengel meinen Unmut ordentlich raus, denn Wut runterschlucken macht Magengeschwüre sagt Mama immer.

Was ich allerdings toll gelernt hab, sind neue Laute. Ich sage jetzt “Mamamamamam”, “Papapapapap”, “Bababababab” und “Wawawawa”. Das macht echt Spaß.

 

Eure Mia