Toast und Impfe

Es hatte sich ja schon länger abgezeichnet, aber am Mittwoch geschah es nun endgültig: Mama konnte mich vormittags nicht mehr überreden, Mamimilch zu trinken. Eine ganze Stunde lang hat sie es versucht, ist immer wieder mit mir vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer gegangen und am Schluss musste ich schon weinen, wenn sie sich nur mit mir aufs Bett oder die Couch gesetzt hat. Da hat sie dann eingesehen, dass es keinen Sinn hat und mir einfach eine Stunde früher mein Mittagessen gegeben als sonst. So konnte ich auch eine Stunde früher meinen Mittagsschlaf machen und wir kamen pünktlich zur Krabbelgruppe. Gestern hat Mama dann nochmal versucht, mir die Mamimilch schmackhaft zu machen, aber sie hatte keinen Erfolg und hat auch recht schnell wieder aufgegeben.

 

Statt dessen hat sie mir eine Scheibe Toast mit Butter bestrichen und in kleine Häppchen geschnitten. Die hat sie mir dann entweder in den Mund gesteckt, den ich wie immer gaaanz weit aufgemacht hab, oder sie hat sie auf meinen kleinen Tisch gelegt und ich hab sie mir selber in den Mund geschoben. Das war erstens lecker und hat total viel Spaß gemacht, weil ich damit auch ein bißchen matschen konnte. Heute hab ich meinen Toast fast ganz allein gegessen, Mama hat nur ein paar Bissen in meinen Mund gesteckt und mir ansonsten noch ab und zu gezeigt, wo mein Toast hingefallen ist, wenn ich ihn verloren habe.

 

Ach ja, ich werde wohl wirklich groß… Ist das nicht toll?! Ich bin so aufgeregt! Welt, ich komme…

 

…erst mal wieder zu Frau Doktor. Da hatten wir heute einen Termin… Zum Pieken… Ich hasse pieken… Hab ich das schon erwähnt? Aber es hilft ja nichts, Mama sagt, das muss sein, damit ich nicht krank werde. Aber erstmal wurde ich angeguckt und abgehört, Mama hat erzählt, was ich kann, ich hab ein Holzstäbchen in den Mund gekriegt und eine Lampe hat in meine Ohren geleuchtet. Und dann wurde ich gewogen. 7.800 g wiege ich jetzt. Das heißt, ich habe innerhalb von zwei Monaten ein ganzes Kilo und ein bißchen mehr zugenommen. Das kommt bestimmt, weil Mama mich so gut füttert und ich so gerne esse. Vor allem naschen macht mir Spaß.

 

Aber ich schweife ab. Nach dem ganzen Angegucke und Abgehöre -Frau Doktor hat übrigens wieder gesagt, ich bin altersgerecht entwickelt- kam wieder die eklige Pieke in mein Bein. Das Stechen tat gar nicht mal so weh, das geht ja schnell, aber das Reindrücken von der Impfe und dass mein Bein festgehalten wurde, hat mich echt genervt. Ich hab aber nicht so doll geweint wie beim letzten Mal. Dann waren wir auch schon fertig. In 2 Monaten werde ich wieder gepiekt und angeguckt, dann ist auch schon die nächste U fällig.

 

Und zu meiner großen Genugtuung war Mama auch bei ihrem Doktor und wurde auch wieder gepiekt. Bei ihr haben sie allerdings was rausgeholt. So dunkles Wasser. Blut heißt das, sagt die Mama und das braucht der  Doktor, weil ihre Schildkröte, die sie im Hals hat, nicht gut arbeitet. Diesmal war ich sogar wach und ich muss sagen, ich hab ne echt tapfere Mama. Die hat nicht mal gezuckt, als die fiese Pieke kam und geweint hat sie schon gleich gar nicht. Ob ich das wohl auch mal so gut hinkriege?

 

Eure gepiekte Fressmaschine Mia

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