Archiv für den Monat: August 2008

Immer um den Tisch

Die Sache mit dem Überall-Hochziehen ist ja mittlerweile ein alter Hut. Das hab ich schon dermaßen perfektioniert, dass ich sogar am Höckerchen im Bad und bei der Krankengymnastik am Gestell von der Massageliege stehen kann.

Jetzt will ich zu Höherem hinaus: Zum Laufen. Dazu hab ich mir den Wohnzimmertisch ausgesucht. Da liegen in der Mitte immer totaaal interessante Erwachsenensachen rum, die ich unbedingt haben will. Also laufe ich auf der Suche nach einer Möglichkeit, mir diese Sachen zu angeln, immer um den Tisch herum. Das sieht zwar noch etwas wackelig aus und die Frau von der Krankengymnastik hat auch gesagt, es wäre eigentlich besser für meine Muskeln, wenn ich noch ein bißchen am Boden bleiben würde, aber ich bin mir sicher, dass ich bald an den Babywettläufen teilnehmen kann, die Johanna so eifrig vorbereitet.

Achtung, ich komme!

Eure Im-Kreis-Lauf-Mia

Küsschen

Endlich hat Mama verstanden, was ich will, wenn ich meinen Mund ganz weit aufreiße und an ihrer Schulter oder ihrem Gesicht Suchbewegungen mache: Ich will Küsschen geben! Ist das denn so schwer zu verstehen?

Ok, so ganz richtig mach ich´s wohl noch nicht, aber immerhin weiß Mama jetzt, was ich will. Am Dienstag morgen lagen wir noch zusammen im Bett und ich dachte: Mmmhh, Mamas Mund sieht ganz doll nach Küssen aus. Also kam ich mit meinem Kopf immer näher auf Mamas Kopf zu und hab meinen Mund auf ihren gelegt. Da wusste sie dann endlich Bescheid.

Jetzt nutzt sie das aber immer aus und sagt: Mia, gib der Mama mal ein Küsschen. Ok, gestern hab ich´s auch ein-, zweimal gemacht, weil es so großen Spaß gemacht hat. Aber heute hatte ich noch keine Lust dazu.

Mama sagt auf jeden Fall, dass meine Küsschen sehr lecker schmecken und dass sie am liebsten den ganzen Tag welche haben möchte.

Eure Bussi Bussi-Mia

Fensterscheibenfrosch

Ich war gestern bei Papas Patenkind Niklas, der mich ganz doll mag und viel mit mir gespielt hat. Als der Niklas mit mir gespielt hat, wollte ich mich hochziehen, aber habe auf die Schnelle nichts Besseres gefunden, als eine Fensterscheibe, wo man in den Garten rausgucken kann und die bis zum Boden geht. Wir haben so eine auch, da guckt man dann auf den Balkon. Dort habe ich mich dann -wie Papa sagt- wie ein Frosch hochgezogen, einfach an der glatten Scheibe. Da war ich total stolz auf mich und Mama und Papa auch. Leider gibt es davon kein Bild.

Eure Frosch-Mia.

Lichterfest

Am Samstag sind wir zuerst da hin gefahren, wo in zwei Wochen das Parkfest ist. Da haben wir die Lucia getroffen und die hatte ihre Knipse dabei. Papa, Mama und ich mussten ganz viele komische Posen machen und lachen, das war ganz schön anstrengend. Aber Mama und Papa freuen sich auf die Fotos von uns.

Als wir fertig waren, sind wir zu Johanna gefahren. Von dort aus haben wir uns auf den Weg nach Dortmund in den Westfalenpark gemacht. Dort waren auf den Wiesen und in der Luft ganz viele Lichter aufgebaut und als es dunkel wurde, wurden die angezündet. Wir haben uns auf eine Wiese gesetzt, wo schon Marco, Sabrina und Emely mit noch einer Familie saßen und gegessen, getrunken, gequatscht, gespielt und in die Hose gemacht. Als es richtig dunkel war, gab es ein Feuerwerk mit Musik. Ich habe mir das ganz interessiert angeguckt, Johanna hat es nicht ganz geschafft, die ist zwischendurch eingeschlafen.

Ich bin erst auf dem Rückweg eingeschlafen, nachdem ich fast aus dem Kinderwagen gefallen bin, weil ich so wehrig war. Die vielen Leute dort auf dem Weg haben mir nicht gefallen, ich konnte auf einmal nur noch Popos und Beine sehen. Also wurde ich festgeschnallt, wobei wir den ganzen Weg blockiert haben und deswegen Schimpfe von ein paar Leuten kassiert haben. Aber der Papa hat zurückgeschimpft und dann waren sie ruhig.

Dann waren wir endlich auf dem Parkplatz an unseren Autos. Das Problem war jetzt, da wieder wegzukommen. Johanna und mich hat das nicht so sehr gestört, wir haben geschlafen. Aber unsere Mamas und Papas fanden es nicht ganz so witzig, dass sie eine Stunde lang doof auf dem Parkplatz stehen mussten, weil nichts vorwärts ging. Ich bin auch zwischendurch aufgewacht und habe meinen Unmut laut kundgetan. Erst als die Mama bei mir hinten saß und mir Trinken, Globuli und Streicheleinheiten gegeben hat, konnte ich wieder einschlafen. Um 01.00 Uhr waren wir endlich zuhause und sind ins Bett gefallen.

Wir haben es auch am nächsten Tag nicht zum Kleinkindergottesdienst geschafft. Das war schade, aber Kleinkindergottesdienst ist öfter als Lichterfest und wir mussten uns einfach ausruhen.

So habe ich mein erstes Feuerwerk, das ich sehen kann (denn Silvester war ja echt viel Nebel da) nun doch nicht im Festpark gesehen. Aber das ist nicht schlimm, ich gucke mir gerne Feuerwerk an.

Eure beleuchtete Mia

Kranke Gymnastik

Ich hab noch was Neues. Heute war ich nämlich mit Mama bei einer Frau, die kranke Gymnastik macht. Da muss ich hin, weil Mama meint, dass mein linkes Beinchen ein bißchen Stärkung gebrauchen kann.

Bei der Frau hat Mama erstmal ganz viel erzählt, wie es war, als ich in ihrem Bauch war und als ich rauskam und als ich operiert wurde und wie es jetzt weitergehen soll und und und.

Danach hat sich die Frau mit mir auf den Boden gelegt, ich musste meine Socken und meine Hose ausziehen und dann hat die meine Beine befühlt und danach so angewinkelt und auf einmal war ich in Krabbelposition. Das hat sie noch ein paar Mal gemacht bzw. es versucht, aber ich wollte nicht so richtig wie sie wollte.

Als Hausaufgabe hat sie Mama erstmal aufgegeben, mein linkes Beinchen ganz viel zu streicheln, zu berühren und zu klopfen, damit ich es mehr spüre, denn was ich besser spüre, kann ich auch besser benutzen. Interessante These, ich bin gespannt, ob es wirkt.

Am Freitag sind wir wieder da, dann werden wir es vielleicht schon sehen, denn Mama streichelt und pustet und kitzelt mich ganz fleissig am Bein.

Eure Turn-Mia

Ich will auch nochmal!

Mensch, die Sara ist immer schneller als ich mit dem Geblogge. Ich kann nämlich seit ein paar Tagen auch an der Couch stehen. Und am Tisch. Und im Bettchen. Und im Laufstall. Und im großen Bett, wenn ich mich an Mama oder Papa oder dem Metallbogen hochgezogen habe.

Außerdem möchte ich am Tisch entlanglaufen und habe auch schon zwei oder drei kleine Schritte gewagt.

So, dass ihr´s wisst!

Eure Steh-Mia

Hochzeit

Eigentlich wollte ich ja warten, bis die Johanna selber davon berichtet, aber irgendwie ist die wohl zu sehr mit Zähnekriegen beschäftigt.

Letzten Mittwoch waren wir bei Johannas Großeltern im Garten. Da waren ganz viele Pavillions, Tische und Bänke und ein Holzfußboden auf dem grünen Teppich aufgebaut. Es waren auch ganz viele Leute da und die haben vor der Garage alle ein paar Teller und Tassen und Schüsseln auf den Boden geschmissen und sich dabei doll gefreut. Das verstehe ich nicht. Wenn bei uns zuhause was auf den Boden fällt, schimpft Mama immer oder ist traurig. Naja, all zu viele Gedanken konnte ich mir darüber auch nicht machen, denn ich habe meinen alten Bekannten, den Storch, wieder gesehen. Der stand nämlich auf der Garage und hat sich das alles beguckt.

Nach dem Geschirrzerschmeißen gab es irgendwann Würstchen und Brötchen und ganz viel zu trinken. Laute Musik war auch da und die Leute haben auf dem Holzfußboden getanzt. Ich hab auch getanzt. Einmal als Polinäse mit Papa und einmal mit Mama und einmal mit Mama und Papa. Davon war ich dann so müde, dass ich auf Mamas Arm eingeschlafen bin. Das ist mir ja schon lange nicht mehr passiert. Polterabend hieß das Ganze übrigens, weil das Geschirr beim Zerschmeißen so poltert.

Am Freitag sind Mama und ich schon früh unterwegs gewesen, nachdem wir uns schick gemacht haben. Und zwar sind wir nach Waltrop zum Stehamt gefahren. Dort waren schon ganz viele Leute, die wir nicht kannten und ein paar, die wir doch kannten. Irgendwann kamen dann auch Johanna und ihre Eltern. Ich war in der Zwischenzeit schon bei Johannas Oma Fee geparkt worden und auf einmal war die Mama mit dem Thorsten und dem Andreas weg. Die kamen auch nicht wieder, obwohl alle ins Stehamt reingehen sollten. Also hat die Oma Fee mich, meinen Wagen und Mamas Tasche mitgenommen, weil Mama ja verschollen war. Sie haben uns aber doch noch wiedergefunden und endlich hat die Stehamtsfrau angefangen zu reden.

Sie hat erst den Johannapapa gefragt, ob er freiwillig die Johannamama für immer behalten will und dann hat sie die Johannamama auch gefragt, ob sie den Johannapapa freiwillig haben will. Beide haben Ja gesagt, deshalb heißt die Johannamama jetzt genauso wie der Johannapapa und die Johanna, nämlich Rower. Während dem ganzen Frage-und Antwortspiel haben Johanna und ich uns den Saal mal genauer angeguckt.

Danach hat Mama mich auf den Arm genommen und ist zu Johannas Eltern gegangen. Die Johannamama und die Johannaoma hatten ihr Augenwasser gar nicht unter Kontrolle, das lief da einfach raus. Und Mama hat auch so glänzige Augen gehabt. Die Erwachsenen sind komisch. Naja, jedenfalls wurden die Johannaeltern von uns beiden gedrückt und geküsst und dann ging´s raus zum Reisschmeißen, Sekttrinken und Fotos machen. Dann sind wir nach Hause gefahren.

Am Samstag sind wir schon wieder früh aufgestanden. Der Papa hat den Kuchen, den die Mama am Freitag noch schnell gemacht hat, zur Johannaoma gefahren und Frühstück geholt. Nach dem Frühstück kam die Ricarda und hat in Mamas Haaren rumgefummelt, so dass die später ganz komisch aussahen. Sowas hat die Mama sonst nie, aber es sah hübsch aus. Dann wurde ich gebadet, der Papa hat, nachdem er meinen Stuhl ins Auto verfrachtet hatte, geduscht und wir haben uns alle ganz schick angezogen.

Und schon sind wir dahin gefahren, wo Johanna und ich unsere Badestunde hatten. Da hat die Mama dem Johannapapa erstmal die Sara abgenommen, weil die geweint hat und der Johannapapa ja keine Zeit hatte. Die Saraeltern waren irgendwie gar nicht da. Aber dann war da wieder der Mann im Kleid, der mir das Wasser über den Kopf gemacht hat und noch ein anderer Mann. Der hatte auch ein Kleid an. Die sind vor der Saramama, dem Sarapapa, dem Johannaonkel, der Hannah (die ist ja mit dem Johannaonkel verliebt), dem Johannaopa und der Johannamama in die Kirche gelaufen. Dann haben die alle ein bißchen geredet und gesungen und der Johannapapa musste der Johannamama versprechen, dass er sie für immer lieb hat und die Johannamama musste dem Johannapapa versprechen, dass sie ihn für immer lieb hat. Da hatte die Mama schon wieder Wasser in ihren Augen. Das konnte ich aber nicht so genau sehen, denn die Mama hatte die ganze Zeit die Sara auf dem Arm und die war genauso artig wie Johanna und ich. Aber nach dem Bittebittemachen hat sie sie wieder der Saramama gegeben, denn sie musste am Ende der Messe ganz schnell raus.

Da haben sich nämlich ein paar Leute mit Holzdingern hingestellt und eine Menge Krach gemacht. Und dann war da noch ein weißes Gesinenauto ohne Dach. Das fand die Johannamama toll. Aber bevor sie mit dem Johannapapa da einsteigen durfte, mussten die beiden noch ein Herz aus Bettlaken auschneiden und durchsteigen. Dann ging es aber endlich los. Der Johannaopa ist vorgefahren, weil er einen tollen Weg kannte und dann kam das Gesinenauto und weil Mama und Papa so einen tollen Parkplatz hatten, kam dann schon unser Auto. Wir sind losgefahren und haben gaaaaaaaanz viel und laut gehupt. Der Johannaopa kannte einen so tollen Weg, dass ich eingeschlafen bin.

Als wir da waren, gab es für mich lecker Mittagessen, denn das hatte ich ja ausgelassen, weil ich so toll gefrühtstückt hatte und für die anderen Kaffee und Kuchen. Danach sind die meisten Gäste zum Fotos machen verschwunden und wir Übriggebliebenen haben uns im Garten die Frösche angegeguckt und an ein paar Überraschungen für das Brautpaar gearbeitet.

Dann gab es irgendwann Abendessen und danach haben Mama und Papa ihr Geschenk übergeben, das sie sich mit Ricarda, Dino und Thorsten ausgedacht hatten. Das mussten sich die Johannaeltern aber erst mal erarbeiten. Ich glaube aber nicht, dass denen das viel ausgemacht hat, die haben viel gelacht dabei.

Dann wurde angefangen zu tanzen, das hat viel Spaß gemacht. Zwischendrin gab es immer wieder Spiele und Sketche für die Johannaeltern. Das war lustig. Papa darf jetzt im November einen Adventskalender basteln.

Ich habe zwischendurch in meinem Wagen ein Nickerchen eingelegt, deshalb hab ich es so lange ausgehalten, bis die 2. Hochzeitstorte angeschnitten worden, der Schleiertanz getanzt und der Brautstrauß geworfen war und noch ein bißchen länger. Wir waren erst um 01.30 Uhr zuhause. Ich bin auf der Nachhausefahrt im MaxiCosi eingeschlafen und erst um 04.30 Uhr aufgewacht. Da hat Mama mich dann rausgeholt und ganz normal ins Bettchen gelegt. Irgendwann wollte ich dann noch zu Mama und Papa ins Bett und richtig aufgestanden sind wir dann so gegen 11.00 Uhr. Mama sagt, dass ihre Füße gestern abend dann endlich richtig aufgehört haben mit dem Wehtun.

Das waren viele aufregende Tage für mich, an die ich noch lange zurückdenken werde. Nochmal danke an alle, die das möglich gemacht haben, vor allem an die Johannaeltern!

Eure hochzeitsbegeisterte Mia

Überschwemmung

Heute gab es bei uns im Nest gleich dreimal Überschwemmung!

Die erste kam aus mir raus: Ich saß auf der Wickelkommode und Mama hatte vergessen eine neue Einmal-Wickelauflage draufzulegen. Ich musste Pipi und hab alles naß gemacht. Also hat Mama erst mich einigermaßen und dann die Wickelauflage trocken gemacht.

Weil ich ja jetzt total voll Pipi war, musste ich gewaschen werden. Mama wollte aber nicht die große Wanne voll laufen lassen und hat eine Pfütze Wasser ins Waschbecken laufen lassen. Da durfte ich mich dann reinsetzen. Das hat mir echt Spaß gemacht, ich hab ganz viel mit meinen Händen ins Wasser gepatscht und das hat den ganzen Boden nassgemacht. Die Fliesen waren ganz schön rutschig, da mussten wir echt aufpassen.

Tja und dann hat Mama sich überlegt, sie könnte die Wohnung feucht durchwischen. Hat sie auch gemacht und den Eimer mit dem Dreckwasser im Bad stehen lassen. Dann hat sie die Waschmaschine eingeräumt und den Behälter mit der restlichen Schmutzwäsche wieder ins SChlafzimmer gebracht. Diese kurze Zeitspanne habe ich genutzt, um mich an den Eimer ranzupirschen, meine Hand reinzustecken und den Eimer zu guter Letzt umzukippen. Da hat Mama sich gefreut… Ich wurde in der Badewanne zwischengelagert, weil ich ja ganz nass war. Da war aber kein Wasser drin. Mama hat das Badezimmer wieder trockengelegt und danach meine Windel gewechselt. Die war nämlich das Einzige, was ich anhatte, weil es so warm war.

Eure Wasserratte Mia