Mein zweites Silvester

Am Mittwoch hat Mama ganz doll gehofft, dass ich einen Mittagsschlaf mache. Das tue ich ja eigentlich jeden Tag, aber wenn ich irgendwie rausgekriegt habe, dass am Nachmittag oder Abend noch was Besonderes los ist, weigere ich mich meistens, weil ich schon so aufgeregt bin. Es hat aber gut geklappt, ich hab nicht gemerkt, dass wir abends weg wollen und hab selig geschlummert.

Papa hat nachmittags Essen vorbereitet, das wir mitnehmen wollten und ein paar Getränke, Chips und Feuerwerk in einen Korb gepackt. Außerdem wude mein Hochstuhl, den wir im Moment aufgrund meiner Klettermaxigkeit nur als Niedrigstuhl verwenden können (ich hab nämlich endtdeckt, wie ich da rausklettern kann), in den Kofferraum geladen.

Um ca. 18.00 Uhr waren wir bei Johanna und ihren Eltern. Da stand auch schon Saras Hochstuhl, denn der Sarapapa war an diesem Tag schon ein paar Mal dort gewesen um Sachen abzuladen. Als Sara dann schließlich mit ihren Eltern kam, sahen die immer noch so aus wie Packesel und die Saramama hat auch gesagt, dass jetzt wohl bald der gesamte Hausstand bei den Rowers ist.

Wir haben erst alle ein bißchen gespielt und dann lecker gegessen, wobei sich herauskristallisiert hat, dass wir in diesem Jahr nicht mehr nach Hause fahren und ich, weil das neue Jahr erst spät in der Nacht beginnt, in Johannas Bettchen schlafen darf. Deshalb ist der Papa nochmal nach Hause gefahren, um meine Schlafsachen zu holen. Da hatten wir dann auf einmal auch ganz viele Sachen dabei, denn der Papa hatte nicht nur an meinen Schlafsack, mein Babyphon und meine Zahnbürste, sondern auch an mein Stillkissen, das immer mit mir in meinem Bett schläft, gedacht.

Nach dem Essen durften wir wieder spielen, bis ich irgendwann so müde war, dass ich ganz aufgedreht und quengelig zugleich war. Papa und Mama haben mich dann bettfertig gemacht und Papa hat mich in Johannas Bett gelegt. Erst musste ich ganz doll weinen, weil das da alles so fremd war und ich Angst hatte, dass der Papa mich allein lässt. Aber irgendwann hatte ich mich ein bißchen eingewöhnt und war auch so müde, dass ich schlafen konnte. Johanna und Sara sind kurz nach mir auch ins Bett gebracht worden.

Die Erwachsenen haben unten weiter leckere Sachen getrunken und geredet. Wir Kinder haben ab und zu mal Aufmerksamkeit gebraucht, waren aber eigentlich friedlich und haben uns auch nicht gegenseitig wach gemacht, wie Mama das insgeheim befürchtet hat.

Dann war es endlich Mitternacht, das neue Jahr begann und unsere Eltern haben sich warm angezogen, mit den Babyphonen, Kameras und Feuerwerk bewaffnet und sind auf die Straße gegangen, wo sie und viele andere Leute auch das Feuerwerk und Knaller angezündet haben. Mensch, war das laut. Mama hat mir später erzählt, dass die Babyphone von den Böllern immer ausgeschlagen haben und sie immer Angst hatte, dass wir weinen oder dass die Babyphone keinen Empfang haben. Denn wir haben alle drei super weitergeschlafen und vom Feuerwerk nichts mitbekommen. Unsere Eltern konnten das gar nicht fassen.

Als sie alle wieder drinnen waren, haben sie noch Blei gegossen (was auch immer das ist) und viel Spaß beim Deuten gehabt. Da war immer von anderen Babies die Rede. Komisch, WIR sind doch ihre Babies bzw. Nunkies. Egal, ich wollte dann irgendwann nach Hause und hab geweint und dann sind wir auch gefahren und ich durfte ganz lange bei Mama und Papa im Bett schlafen. Das war toll, das können wir bald wieder machen!

Wir wünschen euch allen ein frohes, glückliches, erfolgreiches Jahr 2009!

Eure Mia

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