Heute morgen kam Papa in mein Zimmer, hat mich angeguckt und zur Mama, die im Bad stand, gesagt, dass ich ganz süß schlafe. Mama hat sich das auch noch angeguckt und mich dann wach gemacht. Das fand ich komisch, normalerweise ist das immer umgekehrt, ich mache die Mama wach. Und der Papa ist sonst auch nicht so lange da. Ich wurde gewaschen, bekam was zu essen und wurde ins Auto verfrachtet. Der Papa war immer noch da, deshalb hab ich mir gedacht, dass der wohl heute nicht zu seiner Freizeitbeschäftigung muss.
Wir sind mal wieder nach Dortmund in das große Haus gefahren, wo die vielen Doktors wohnen. Wir wollten da auch wieder eine Frau Doktor besuchen. Die wollte meine Blase so gern sehen. Dazu wurde ich ausgezogen und dann kam so ein Pömpel mit so ekligem kalten Glibber dran auf meinen Bauch. Als meine Blase fertig angeguckt war, musste ich mich auf den Bauch legen und meine Nieren wurden auch noch untersucht und ausgemessen. Das fand ich dann schon nicht mehr so lustig und hab etwas geschimpft und gezappelt.
Als das endlich fertig war, durfte ich wieder ein bißchen spielen gehen. Ich hab mit Papa auch etwas gemalt. Dann kam die Frau Doktor und Mama und Papa wurden verkleidet. Die haben sich so blaue Dinger vor den Bauch gebunden. Die sahen total schwer aus. Mama hat mir meinen Nucki gegeben (Ausnahmsweise hat sie gesagt), ich bekam zwei Plastiktiere in die eine Hand und eine Plastikpinzette in die andere Hand, ich musste mich auf der Liege hinlegen und dann hat Mama meine Arme festgehalten.
Dann wurde ein Schlauch in meine Blase eingeführt. Das tat gar nicht weh und ging super schnell. Danach wurden so Sandsäcke auf meine Beine gelegt, das fand ich ja mal ätzend. Ich hab ganz schön gezappelt, da war es gut, dass der Papa da war. Der hat meine Beinchen festgehalten. Der Schlauch wurde an einen Tropf angeschlossen und es kam ganz viel Flüssigkeit in meine Blase. Währenddessen wurden Fotos gemacht. Meine Blase wurde ganz ganz voll. Das fand ich unangenehm. Außerdem lag ich da schon so lange und durfte mich nicht bewegen. Also musste ich wieder etwas weinen und zappeln.
Dann haben alle darauf gewartet, dass ich Pipi mache. Ein bißchen hab ich auch gemacht, aber dann hab ich wieder aufgehört. Es konnten aber ein paar Fotos von meiner Blase gemacht werden, während ich Pipi gemacht habe. Auch von meinen Nieren wurde noch eins gemacht. Dann durfte ich mich endlich wieder hinsetzen und dann hab ich auch Pipi gemacht.
Für die Fotos war das zu spät, aber die Frau Doktor konnte mit dem Pömpel nochmal meine Blase angucken. Da hat sie festgestellt, dass noch 12 ml Pipi in meiner Blase sind. Sie hat gesagt, 10 ml sind normal, also könnte man auch bei mir von nahezu restharnfreier Entleerung sprechen. Außerdem gäbe es keinen Rückfluß zu den Nieren. Das ist wohl was Gutes, alle haben sich so gefreut.
Die Frau Doktor hat immer gesagt, dass ich toll bin. Ich hätte mich super entwickelt, man würde auf den ersten Blick nicht merken, dass ich mal krank war. Auch meine sprachliche und kognitive Entwicklung wäre toll.
Weil ich so lieb war und gar nicht viel geweint und gezappelt habe, habe ich noch Verstärkung für meinen Nino bekommen. Die Schwester hat mir nämlich einen Plüschhund geschenkt, der ist richtig groß und schön weich.
Am Nachmittag waren wir erst in der Stadt und dann nochmal bei Oma und Opa. Dort durfte ich wieder mit den Hasen und dem Anton spielen.
Das ist auch mein neuestes Wort: Hase. Somit kann ich jetzt 16 Wörter: Mama, Papa, Oma, Anton, hi, ei, heiß, alle, eins, zwei, drei, schön, tschüss, da, das, Hase. Die Bedeutung von Danke und Bitte habe ich auch schon verstanden, aber ich krieg die Wörter noch nicht richtig raus. Wenn man es nicht so streng sieht, kann ich also schon 18 Wörter. Pass auf, Johanna, ich hab die Verfolgung aufgenommen, bald kann ich auch so toll sprechen!
Eure Mia