Archiv für den Monat: September 2010

Unsere große Kindergartenmaus

Vor fast 4 Wochen war es soweit: Unsere Miamaus betrat den Kindergarten zum ersten Mal als Kindergartenkind. Nach dem Morgenkreis (der auf Kissen auf dem Boden abgehalten wird *uff*), in dem jedes Kind die anderen Kinder möglichst mit einem anderssprachigen Morgengruß begrüßt, hat Mia sich sofort was zu spielen gesucht und ich hab mich mit “ihrer” Erzieherin ein bißchen über Mia unterhalten. Nach 1,5 Stunden sind wir dann wieder gegangen, schließlich musste ich noch zum Arzt und Madame meinte, sie muss nochmal schnell in die Pampers drücken, so dass wir nochmal nach Hause mussten. Das ganze Infomaterial musste natürlich auch noch dort abgeladen werden.

Am nächsten Tag waren wir 2 Stunden da und Mia hat den Garten kennengelernt. Unter anderem hat sie gelernt, dass die Rutsche und das Klettergerüst für sie tabu sind, weil sie noch keine 4 Jahre alt ist. Da hat sich zum ersten Mal gerächt, dass wir immer gesagt haben: “Ok, wenn du da hoch willst, dann sieh mal zu, wie du das machst”, denn ich konnte gar nicht so schnell gucken, wie mein Kind oben an der Rutsche stand. Mittlerweile darf aber niemand mehr aufs Klettergerüst, es gab da wohl in letzter Zeit ein paar Unfälle und da muss noch was geändert werden. Dann hatten wir auch schon Wochenende.

Am Montag bin ich dann mal kurz zur Toilette gegangen, als wir alle draußen im Garten waren, das hat Mia überhaupt nicht gestört, so dass ich am Dienstag schon fast eine Stunde weg war. Im Morgenkreis saß sie schon seit Freitag alleine und hat sich auch getraut, die Kinder zu begrüßen (Moan, Tinner!) So hat das Weggehen auch gut geklappt. Wir sind noch zum Essen geblieben und zum Mittagsschlaf nach Hause.

Am Mittwoch bin ich wieder nach dem Morgenkreis gegangen, allerdings kommt Mittwochs immer der Peter aus der Musikschule und da das was Neues für Mia war, sollte ich da nochmal mit dabei sein. Sie hatte dabei viel Spaß und hat gut mitgemacht.

Am Donnerstag wurde ich dann gefragt, “wie wir´s heute machen” und ich meinte, dass ich Mia gleich tschüß sage und sie nach dem Mittagessen abhole. Das deckte sich mit Ainas Einschätzung und wir haben gleich verabredet, dass Mia am nächsten Tag bis nachmittags da bleibt und auch Mittagsschlaf macht, wenn alles gut geht. Dass sie im Kindergarten schlafen soll, fand ich ja erst nicht so toll, sie ist eh nur 5 Stunden da, davon wird quasi eine Stunde lang gegessen (Mittagessen und nachmittags Obst), Zähne geputzt und Hände gewaschen und dann soll sie noch 2 Stunden schlafen? Mir wurde dann erklärt, dass es  zuviel für Mia sein könnte, sie im Kindergarten einzugewöhnen und ihr gleichzeitig den Mittagsschlaf wegzunehmen, wenn ihr Körper zu der Zeit müde und auf Schlaf eingestellt ist. Sie hat ja nicht nur ein Nickerchen gemacht, sondern fast jeden Tag 2 Stunden fest geschlafen. Allerdings möchte sie im Kindergarten nun nicht mehr schlafen. Ein paar Mal ging es gut, aber jetzt ist sie sehr unruhig im Schlafraum und bleibt auch nicht mehr zum Ausruhen liegen, so dass sie nach dem Essen gefragt wird, ob sie müde ist und schlafen möchte und wenn nicht, muss sie auch nicht. Dafür schläft sie nachts quasi von 8 bis 8, ohne dass wir einen Mucks von ihr hören.

Seitdem ist Mia unter der Woche von 10-15 Uhr im Kindergarten und es klappt super. Das Einzige, was ihr schwer fällt, ist das Teilen, da musste sie schon ein paar Mal weinen, wenn die anderen Kinder das Spielzeug, das sie gern haben wollte, einfach nicht rausrücken, aber das muss unsere Prinzessin lernen. Sonst hat sie die ersten Tage nur geweint, wenn ich gesagt habe, dass wir nun nach Hause gehen müssen…

Dann braucht sie nachmittags oft eine “Kuschelstunde”. Da liegen wir dann immer im großen Bett und ich muss ihr eine Geschichte erzählen. Da würde sie am liebsten in mich reinkriechen, wo sie mich morgens manchmal gar nicht schnell genug los werden kann.

A propos los werden: Ich hätte gerne, dass wir die Pampers möglichst schnell los werden. Zuhause war es ja schon länger selbstverständlich, dass es nur noch zum Schlafen (oder wenn wir weggehen) eine gibt und dass die nach dem Aufstehen sofort ausgezogen wird. Jetzt hat sie im Kindergarten festgestellt, dass es ja mit Pampers viel bequemer ist und möchte die am liebsten zuhause auch wieder die ganze Zeit haben. Da haben wir in den letzten Tagen schon ein paar Kämpfchen gehabt. Allerdings denke ich auch, dass sie jetzt erstmal vernünftig im Kindergarten ankommen soll, bevor wir das in Angriff nehmen. Vielleicht geht es ja auch auf einmal ganz einfach, wenn wir ihr sagen, dass sie jetzt die Große ist und die Windeln nur noch für das Baby da sind. Kann auch nach hinten losgehen, weil Mia in den letzten Tagen von sich wieder gern als kleine Babymaus spricht, aber einen Versuch ist es wert. 

Den ersten Elternabend haben wir auch schon gehabt. Da habe ich erfahren, dass Mia ein sehr fröhliches Kind ist, das viel lacht. Außerdem hat sie gern Körperkontakt zu den anderen Kindern. Das ist mir sofort am ersten Tag ja schon aufgefallen. Das erste Kind, das ihr über den Weg gelaufen ist, wurde sofort umarmt. Glücklicherweise ist Ryley auch in Mias Gruppe und die Beiden mögen sich anscheinend ganz gern. Das ist praktisch, weil Ryley direkt nebenan wohnt.

Was noch total auffällig ist, sind Mias enorme Fortschritte. Ich hatte ja vor allem bei ihrer Sprachentwicklung darauf gesetzt, dass das im Kindergarten besser wird, aber dass man in so kurzer Zeit solche “Ergebnisse” erzielen kann, hat mich umgehauen. Mia hat unheimlich viele neue Wörter und auch Sätze gelernt und sie spricht etwas deutlicher, auch wenn wir da natürlich noch sehr viel Arbeit vor uns haben und evtl. auch nochmal zum Logopäden müssen, weil sie “wenig Spannung im Mund hat”. Sie kann (mit etwas Hilfe) die Wochentage aufsagen, zählt nun einwandfrei bis 10 und will auch schon weiter. Nächste Woche kann sie bis 20, wenn das so weitergeht. Außerdem hat sie die Namen von fast allen Kindern bei ihr in der Gruppe drauf und kennt auch ein paar Erziehernamen von denen, die gar nicht oder nur ab und zu bei ihr in der Gruppe sind.

Was auch noch besser klappt, ist das Alleine-mit-der-Gabel-essen (da hatte sie ja nach 5 Gabeln immer keine Lust mehr und wollte doch gefüttert werden) und das An- und Ausziehen von Jacke und Schuhen. Da braucht sie zwar noch Hilfe, aber die Sachen werden zumindest ordentlich weggestellt oder aufgehängt und nicht mehr einfach durch die Gegend geschmissen.

Man kann also sagen, dass der Kindergartenstart bei uns ein voller Erfolg war, ich bin so stolz auf Mia und ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

Die “einsame” Mama