Archiv für den Monat: Mai 2011

Warum?

Ja, es ist soweit: Mia hat das Warum-Alter erreicht. Das ist echt ihr neues Lieblingswort, seit dem Wochenende kommt zigmal am Tag dieselbe Frage: Hummm? – Weil das und das so und so ist. – Hummm?

Ich freue mich natürlich, weil das ja einen Entwicklungsschritt bedeutet, aber ich wünsche mir jetzt schon, dass diese Phase bald vorbei ist, ich finde es teilweise extrem nervig.

Vorgestern hatte Mia ein eher traumatisches Erlebnis: Wir wollten zum Kindergarten und sie ist wie immer vor mir in den Aufzug gegangen. Oben hatte wohl jemand den Aufzug angefordert, die Tür ging auf jeden Fall so schnell zu, dass ich nicht mehr reagieren konnte, ich stand ja hinter dem Kinderwagen. Ich hörte nur noch “Mamaaaaa!” und verzweifeltes Geheule. Oben ging die Tür auf und ich hörte sie wieder weinen, ich habe dann gerufen, dass sie einfach drin bleiben und wieder runterfahren soll und den Knopf gedrückt. Der Aufzug kam, die Tür ging auf und Mia kam rausgeschossen. Mit ihr stand eine junge Frau im Fahrstuhl, die war mit Mias Weinen wohl etwas überfordert und Mia war auch nicht zugänglich. Gestern habe ich nochmal mit Mia darüber gesprochen und sie meinte, die Frau hätte sie gefragt, in welchem Stock sie wohne, aber sie wollte/konnte es nicht sagen. Ich habe ihr dann ein paar Mal erklärt, dass wir im zweiten Stock wohnen und dass sie wenigstens ihren Namen sagen soll, wenn sie mal verloren geht. Ich durfte es auch nicht der Erzieherin im Kindergarten erzählen, das wäre unser Geheimnis. Ich habe es natürlich trotzdem erzählt, während Mia sich ausgezogen hat, ich hatte sie nämlich so eingeschätzt, dass sie den Tag über immer mal wieder nach mir weinen würde, hat sie aber GsD nicht.

Vor ein paar Wochen waren wir ja mal wieder alle zusammen in der Charité. Wie immer war alles in Ordnung. Mia soll nur Einlagen für ihre Schuhe bekommen. Eine Woche später waren wir nochmal beim Psychologen, um ihren Entwicklungsstand einschätzen zu lassen. Leider mochte Mia den Typen nicht und hat nicht so gut mitgemacht, wie bei der logopädischen Untersuchung, aber es hat gereicht, um ihn davon zu überzeugen, dass sie auf jeden Fall altersentsprechend, in Teilbereichen sogar weiter entwickelt sei. Wie schön, jetzt haben wir es wenigstens auch noch amtlich.

Seit dem letzten Bericht ist noch so Einiges passiert: Wir waren mit den beiden anderen Familien im CenterParcs, das war schön, aber zu kurz, wir haben Luisas Taufe hinter uns gebracht (reden wir nicht drüber….) und sind aufgrunddessen ein paar Tage länger im Ruhrgebiet gewesen. Ach, was habe ich mich nach der Berliner Luft gesehnt!

Die Rückfahrt von Waltrop nach Berlin hat uns dann gezeigt, dass Mia ganz wirklich und ehrlich keine Pampers mehr braucht. Seit Anfang Januar hatte sie tagsüber nur noch eine Windel um, wenn wir unterwegs waren und ich wusste, dass es schwierig werden würde, schnell eine Toilette zu finden. Nachts hat sie die Pampers von selbst Anfang April abgeschafft, während des Tauf-Urlaubs hatte sie unterwegs auch keine mehr um und als wir ihr für die lange Rückfahrt eine Pampers ummachen wollten, hat sie sich mit Händen und Füßen gewehrt. Wir konnten sie dazu überreden, eine Easy-Up-Windel anzuziehen. Nach 3 Stunden Fahrt haben wir Pause gemacht und die Pampers war noch trocken! Sie ist während der Pause 3 x zur Toilette gegangen und als wir zuhause ankamen, hätte ich die Pampers theoretisch nochmal verwenden können, es waren allerhöchstens ein paar Tropfen drin.

Sprachlich macht sie auch immer größere Fortschritte. Sie kann die Laute, die sie ersetzt, einzeln teilweise aussprechen (k k k), im Wort klappt es aber noch nicht (Karte=Tarte) und sie spricht immer mehr und immer längere Sätze.

Und dann ist da ja noch unsere kleine Luisa-Maus.

Die macht sich auch wirklich super. In den zwei Monaten seit der Flascheneinführung hat sie über 1,5 kg zugenommen. Sie trinkt im Moment 5 Flaschen á 160 – 200 ml und wird morgens, wenn wir Mia im KiGa abgeliefert haben, noch gestillt. Das ist für sie wohl eher kuscheln und in den Schlaf nuckeln als wirkliche Nahrungsaufnahme, aber ich liebe es und bin froh, dass sie es auch noch mag, auch wenn ich in letzter Zeit öfter Überredungsarbeit leisten musste, weil es an der Brust natürlich etwas dauert, bis Milch kommt.

Sie dreht sich schon länger vom Rücken auf den Bauch und zurück, sie lacht und erzählt viel und Mia ist für sie die Größte. Die Beiden liegen oft auf Luisas Decke und Mia erklärt der kleinen Schwester die Welt. Das finden beide toll und wenn wir Mia nachmittags vom Kindergarten abholen und sie ihren Kopf in den Wagen steckt, muss ich immer aufpassen, dass Luisa vor Begeisterung nicht rausspringt. Sie übt nämlich seit ein paar Tagen unermüdlich das Hinsetzen. Ganz frei sitzen kann sie noch nicht, aber sie kann sich schon ganz gut halten, wenn man sie anlehnt.

In ihrem neuen Stuhl hat sie auch schon probegesessen und ein paar Krümel Brötcheninneres probiert. Das hat ihr gut gefallen. Mal sehen, ob wir am Wochenende mal mit dem ersten Gläschen starten.

Eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen ist auf meinen Oberschenkeln stehen und hopsen. Ich hoffe, wir müssen nicht bald noch ein zweites Trampolin anschaffen…

Das Schlafen klappt bei Beiden im Moment recht gut. Luisa hat nun Mias Kinderbett geerbt, Jörg hat es wirklich nochmal auseinandergebaut und ins Schlafzimmer geschleppt. Sie würde bestimmt auch in ihrem eigenen Zimmer gut schlafen, aber so richtig gut schlafen kann ICH ehrlich gesagt am besten, wenn wir alle zusammen im selben Zimmer schlafen. Daher freut es mich natürlich, dass Mia auch gern in “Unser Bett” schläft…

Ich hoffe, ich komme jetzt wieder häufiger zum Schreiben…

Bis bald