Warum?

Ja, es ist soweit: Mia hat das Warum-Alter erreicht. Das ist echt ihr neues Lieblingswort, seit dem Wochenende kommt zigmal am Tag dieselbe Frage: Hummm? – Weil das und das so und so ist. – Hummm?

Ich freue mich natürlich, weil das ja einen Entwicklungsschritt bedeutet, aber ich wünsche mir jetzt schon, dass diese Phase bald vorbei ist, ich finde es teilweise extrem nervig.

Vorgestern hatte Mia ein eher traumatisches Erlebnis: Wir wollten zum Kindergarten und sie ist wie immer vor mir in den Aufzug gegangen. Oben hatte wohl jemand den Aufzug angefordert, die Tür ging auf jeden Fall so schnell zu, dass ich nicht mehr reagieren konnte, ich stand ja hinter dem Kinderwagen. Ich hörte nur noch “Mamaaaaa!” und verzweifeltes Geheule. Oben ging die Tür auf und ich hörte sie wieder weinen, ich habe dann gerufen, dass sie einfach drin bleiben und wieder runterfahren soll und den Knopf gedrückt. Der Aufzug kam, die Tür ging auf und Mia kam rausgeschossen. Mit ihr stand eine junge Frau im Fahrstuhl, die war mit Mias Weinen wohl etwas überfordert und Mia war auch nicht zugänglich. Gestern habe ich nochmal mit Mia darüber gesprochen und sie meinte, die Frau hätte sie gefragt, in welchem Stock sie wohne, aber sie wollte/konnte es nicht sagen. Ich habe ihr dann ein paar Mal erklärt, dass wir im zweiten Stock wohnen und dass sie wenigstens ihren Namen sagen soll, wenn sie mal verloren geht. Ich durfte es auch nicht der Erzieherin im Kindergarten erzählen, das wäre unser Geheimnis. Ich habe es natürlich trotzdem erzählt, während Mia sich ausgezogen hat, ich hatte sie nämlich so eingeschätzt, dass sie den Tag über immer mal wieder nach mir weinen würde, hat sie aber GsD nicht.

Vor ein paar Wochen waren wir ja mal wieder alle zusammen in der Charité. Wie immer war alles in Ordnung. Mia soll nur Einlagen für ihre Schuhe bekommen. Eine Woche später waren wir nochmal beim Psychologen, um ihren Entwicklungsstand einschätzen zu lassen. Leider mochte Mia den Typen nicht und hat nicht so gut mitgemacht, wie bei der logopädischen Untersuchung, aber es hat gereicht, um ihn davon zu überzeugen, dass sie auf jeden Fall altersentsprechend, in Teilbereichen sogar weiter entwickelt sei. Wie schön, jetzt haben wir es wenigstens auch noch amtlich.

Seit dem letzten Bericht ist noch so Einiges passiert: Wir waren mit den beiden anderen Familien im CenterParcs, das war schön, aber zu kurz, wir haben Luisas Taufe hinter uns gebracht (reden wir nicht drüber….) und sind aufgrunddessen ein paar Tage länger im Ruhrgebiet gewesen. Ach, was habe ich mich nach der Berliner Luft gesehnt!

Die Rückfahrt von Waltrop nach Berlin hat uns dann gezeigt, dass Mia ganz wirklich und ehrlich keine Pampers mehr braucht. Seit Anfang Januar hatte sie tagsüber nur noch eine Windel um, wenn wir unterwegs waren und ich wusste, dass es schwierig werden würde, schnell eine Toilette zu finden. Nachts hat sie die Pampers von selbst Anfang April abgeschafft, während des Tauf-Urlaubs hatte sie unterwegs auch keine mehr um und als wir ihr für die lange Rückfahrt eine Pampers ummachen wollten, hat sie sich mit Händen und Füßen gewehrt. Wir konnten sie dazu überreden, eine Easy-Up-Windel anzuziehen. Nach 3 Stunden Fahrt haben wir Pause gemacht und die Pampers war noch trocken! Sie ist während der Pause 3 x zur Toilette gegangen und als wir zuhause ankamen, hätte ich die Pampers theoretisch nochmal verwenden können, es waren allerhöchstens ein paar Tropfen drin.

Sprachlich macht sie auch immer größere Fortschritte. Sie kann die Laute, die sie ersetzt, einzeln teilweise aussprechen (k k k), im Wort klappt es aber noch nicht (Karte=Tarte) und sie spricht immer mehr und immer längere Sätze.

Und dann ist da ja noch unsere kleine Luisa-Maus.

Die macht sich auch wirklich super. In den zwei Monaten seit der Flascheneinführung hat sie über 1,5 kg zugenommen. Sie trinkt im Moment 5 Flaschen á 160 – 200 ml und wird morgens, wenn wir Mia im KiGa abgeliefert haben, noch gestillt. Das ist für sie wohl eher kuscheln und in den Schlaf nuckeln als wirkliche Nahrungsaufnahme, aber ich liebe es und bin froh, dass sie es auch noch mag, auch wenn ich in letzter Zeit öfter Überredungsarbeit leisten musste, weil es an der Brust natürlich etwas dauert, bis Milch kommt.

Sie dreht sich schon länger vom Rücken auf den Bauch und zurück, sie lacht und erzählt viel und Mia ist für sie die Größte. Die Beiden liegen oft auf Luisas Decke und Mia erklärt der kleinen Schwester die Welt. Das finden beide toll und wenn wir Mia nachmittags vom Kindergarten abholen und sie ihren Kopf in den Wagen steckt, muss ich immer aufpassen, dass Luisa vor Begeisterung nicht rausspringt. Sie übt nämlich seit ein paar Tagen unermüdlich das Hinsetzen. Ganz frei sitzen kann sie noch nicht, aber sie kann sich schon ganz gut halten, wenn man sie anlehnt.

In ihrem neuen Stuhl hat sie auch schon probegesessen und ein paar Krümel Brötcheninneres probiert. Das hat ihr gut gefallen. Mal sehen, ob wir am Wochenende mal mit dem ersten Gläschen starten.

Eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen ist auf meinen Oberschenkeln stehen und hopsen. Ich hoffe, wir müssen nicht bald noch ein zweites Trampolin anschaffen…

Das Schlafen klappt bei Beiden im Moment recht gut. Luisa hat nun Mias Kinderbett geerbt, Jörg hat es wirklich nochmal auseinandergebaut und ins Schlafzimmer geschleppt. Sie würde bestimmt auch in ihrem eigenen Zimmer gut schlafen, aber so richtig gut schlafen kann ICH ehrlich gesagt am besten, wenn wir alle zusammen im selben Zimmer schlafen. Daher freut es mich natürlich, dass Mia auch gern in “Unser Bett” schläft…

Ich hoffe, ich komme jetzt wieder häufiger zum Schreiben…

Bis bald

Erste Kinderparty und noch ein paar erste Male

Letztes Wochenende war es endlich soweit: Mia war wieder gesund und wir konnten ihre Party, die eigentlich als Faschingsparty geplant war, steigen lassen. Da sich alle so aufs Verkleiden gefreut haben, haben wir es dieses Jahr mal nicht so eng gesehen und den Aschermittwoch kurzerhand eine Woche nach hinten verlegt 😉

Es waren also drei Kindergartenfreunde von Mia da. Eine davon hat ihre Mutter und ihren kleinen Bruder mitgebracht, da sie erst 2 Jahre alt und etwas schüchtern war. Eigentlich wollte die Mama nur ein paar Minuten bleiben, um zu gucken, wie es läuft, aber während sie die Kinder auspackte, sagte sie folgende Worte: “Mensch, tut mir leid, dass wir so spät sind, aber der J. hat bis vorhin 2 Stunden lang nur gebrüllt, das war echt Streß.” Verständnisvolles Nicken meinerseits und die Frage: “Magst du einen Kaffee oder Tee?” Tja und damit war klar, dass die paar Minuten den ganzen Nachmittag über dauern würden und es hat uns allen sehr gut gefallen. Irgendwie kommt ja in Berlin keiner ursprünglich aus Berlin und so haben wir mal wieder eine “Einwanderungsgeschichte” gehört und uns ausgetauscht.

Die Kinder haben sich währenddessen erstmal auch mit Saft und Kuchen gestärkt und danach Mias Zimmer inspiziert. Mit dem ganzen Spielzeug hätten sie sich gut die nächsten 5 Tage beschäftigen können, aber ich hatte natürlich noch etwas geplant:

Zuerst haben wir ausgenutzt, dass unser Flur so lang ist und haben einen Eierlauf veranstaltet. Wer als erster ankam, durfte in die Süßigkeitentüte greifen. Irgendwie haben die Kinder aber nicht so ganz verstanden, dass es ein Wettrennen sein sollte und so kamen M. und T. immer gleichzeitig an und L., die gegen Mia gelaufen ist, ist ja noch so klein und sie wollte schon vor dem Spiel Süßigkeiten haben, da konnte ich die kleine Maus doch schlecht leer ausgehen lassen.

Als zweites wollte Mia unbedingt wissen, was in der “Fühlkiste” ist, die ich morgens noch mit ihr zusammen gebastelt hatte. Also durfte jedes Kind mit verbundenen Augen in die Kiste greifen und raten, was es da nun in der Hand hat. Als Preis gab es nochmal was Süßes, davon hatte ich ja genug gekauft. Mia hat als erfahrene Doktorspielerin natürlich sofort erkannt, dass sie eine Spritze hatte. Aber auch die anderen waren echt fix. Nur L. wollte lieber Trampolin springen.

Dann wollten die Kinder gern noch Topfschlagen machen. Diesmal gab es Pixi-Bücher zu gewinnen. L. hatte wieder keine Lust, sich vom Trampolin zu trennen, also hat sie fürs Trampolinspringen ein Buch bekommen, irgendwie musste sie ja auch an ihr Buch kommen.

Zum Abschluss gab es noch Würstchen und Brötchen und eh wir uns versahen, wurden die Kinder auch schon wieder abgeholt. Es war eine echt tolle Party, ich freue mich schon auf Mias Geburtstag, wenn wir das wieder machen. Vielleicht machen wir im Sommer auch nochmal eine kleine Sommerparty, mal sehen.

Von unserem Lieschen Müller gibt es auch Neues zu berichten: Sie hat am Wochenende so gelacht, dass sie richtige Lachgeräusche gemacht hat. Zwar konnte man, wie bei Mia damals auch, vom Geräusch her nicht sagen, ob sie weint oder lacht, aber der Gesichtsausdruck hat alles gesagt, sie hat über beide Backen gestrahlt.

Außerdem hat sie ihre Stimme nun auch richtig entdeckt und kräht den ganzen Tag vor sich hin.

Das Greifen klappt auch immer besser. Heute morgen hat sie sich ihren Greifling geschnappt und ihn in den Mund gestopft. Da ist wohl auch Einiges los, sie sabbert was das Zeug hält, hat ständig die Finger im Mund und wenn sie meinen Finger erwischen kann, kaut sie mit Hingabe darauf herum. Weinerlich ist sie dabei aber nicht.

Ansonsten arbeitet sie an der Drehung, auf die Seite schmeißen kann sie sich schon. In Bauchlage kann sie sich auch sehr gut aufstützen und das Köpfchen halten.

Ich habe heute auch mal geguckt, ob sie schon vom Löffel essen kann, aber sie hat den Joghurt mit der Zunge wieder rausgeschubst. Da brauchen wir wohl noch ein paar Wochen. Das ist aber auch ok, wir haben ja vor 2 Wochen erst die Flasche eingeführt. Die Brust mag sie aber auch immer noch sehr und zumindest, wenn sie schlafen will, wird die auch der Flasche vorgezogen.

Sie mampft auf jeden Fall alles weg, was man ihr anbietet und protestiert auch endlich, wenn es ihr zu wenig ist. Früher hat sie sich ja einfach damit abgefunden, dass nun nichts mehr kommt oder sie müde ist, deshalb wusste sie gar nicht, wie sich richtig satt sein anfühlt. Jetzt weiß sie es und hat in 2 Wochen ca. 500 g zugenommen und meiner Meinung nach auch in ihrer Entwicklung aufgeholt.

Jetzt geht es ihr und uns richtig gut und das Sorgen machen hat erstmal ein Ende.

Die stolze Zweifach-Mama

Strasse bauen

Ich wollte mich mal wieder melden und erzählen, dass ich tolle Straßen bauen kann. Habe dem Papa auch gesagt, dass ich eine Strasse bauen gehe und er dachte, dass ich eine Strasse mit Lego baue.
Aber ich hatte mir heimlich was geschnappt, was sich viel besser dazu geeignet hat.

Eure Mia Baumeister

PS: Alles zum Bauen findet ihr übrigens bei Shopperella

Unsere große Kindergartenmaus

Vor fast 4 Wochen war es soweit: Unsere Miamaus betrat den Kindergarten zum ersten Mal als Kindergartenkind. Nach dem Morgenkreis (der auf Kissen auf dem Boden abgehalten wird *uff*), in dem jedes Kind die anderen Kinder möglichst mit einem anderssprachigen Morgengruß begrüßt, hat Mia sich sofort was zu spielen gesucht und ich hab mich mit “ihrer” Erzieherin ein bißchen über Mia unterhalten. Nach 1,5 Stunden sind wir dann wieder gegangen, schließlich musste ich noch zum Arzt und Madame meinte, sie muss nochmal schnell in die Pampers drücken, so dass wir nochmal nach Hause mussten. Das ganze Infomaterial musste natürlich auch noch dort abgeladen werden.

Am nächsten Tag waren wir 2 Stunden da und Mia hat den Garten kennengelernt. Unter anderem hat sie gelernt, dass die Rutsche und das Klettergerüst für sie tabu sind, weil sie noch keine 4 Jahre alt ist. Da hat sich zum ersten Mal gerächt, dass wir immer gesagt haben: “Ok, wenn du da hoch willst, dann sieh mal zu, wie du das machst”, denn ich konnte gar nicht so schnell gucken, wie mein Kind oben an der Rutsche stand. Mittlerweile darf aber niemand mehr aufs Klettergerüst, es gab da wohl in letzter Zeit ein paar Unfälle und da muss noch was geändert werden. Dann hatten wir auch schon Wochenende.

Am Montag bin ich dann mal kurz zur Toilette gegangen, als wir alle draußen im Garten waren, das hat Mia überhaupt nicht gestört, so dass ich am Dienstag schon fast eine Stunde weg war. Im Morgenkreis saß sie schon seit Freitag alleine und hat sich auch getraut, die Kinder zu begrüßen (Moan, Tinner!) So hat das Weggehen auch gut geklappt. Wir sind noch zum Essen geblieben und zum Mittagsschlaf nach Hause.

Am Mittwoch bin ich wieder nach dem Morgenkreis gegangen, allerdings kommt Mittwochs immer der Peter aus der Musikschule und da das was Neues für Mia war, sollte ich da nochmal mit dabei sein. Sie hatte dabei viel Spaß und hat gut mitgemacht.

Am Donnerstag wurde ich dann gefragt, “wie wir´s heute machen” und ich meinte, dass ich Mia gleich tschüß sage und sie nach dem Mittagessen abhole. Das deckte sich mit Ainas Einschätzung und wir haben gleich verabredet, dass Mia am nächsten Tag bis nachmittags da bleibt und auch Mittagsschlaf macht, wenn alles gut geht. Dass sie im Kindergarten schlafen soll, fand ich ja erst nicht so toll, sie ist eh nur 5 Stunden da, davon wird quasi eine Stunde lang gegessen (Mittagessen und nachmittags Obst), Zähne geputzt und Hände gewaschen und dann soll sie noch 2 Stunden schlafen? Mir wurde dann erklärt, dass es  zuviel für Mia sein könnte, sie im Kindergarten einzugewöhnen und ihr gleichzeitig den Mittagsschlaf wegzunehmen, wenn ihr Körper zu der Zeit müde und auf Schlaf eingestellt ist. Sie hat ja nicht nur ein Nickerchen gemacht, sondern fast jeden Tag 2 Stunden fest geschlafen. Allerdings möchte sie im Kindergarten nun nicht mehr schlafen. Ein paar Mal ging es gut, aber jetzt ist sie sehr unruhig im Schlafraum und bleibt auch nicht mehr zum Ausruhen liegen, so dass sie nach dem Essen gefragt wird, ob sie müde ist und schlafen möchte und wenn nicht, muss sie auch nicht. Dafür schläft sie nachts quasi von 8 bis 8, ohne dass wir einen Mucks von ihr hören.

Seitdem ist Mia unter der Woche von 10-15 Uhr im Kindergarten und es klappt super. Das Einzige, was ihr schwer fällt, ist das Teilen, da musste sie schon ein paar Mal weinen, wenn die anderen Kinder das Spielzeug, das sie gern haben wollte, einfach nicht rausrücken, aber das muss unsere Prinzessin lernen. Sonst hat sie die ersten Tage nur geweint, wenn ich gesagt habe, dass wir nun nach Hause gehen müssen…

Dann braucht sie nachmittags oft eine “Kuschelstunde”. Da liegen wir dann immer im großen Bett und ich muss ihr eine Geschichte erzählen. Da würde sie am liebsten in mich reinkriechen, wo sie mich morgens manchmal gar nicht schnell genug los werden kann.

A propos los werden: Ich hätte gerne, dass wir die Pampers möglichst schnell los werden. Zuhause war es ja schon länger selbstverständlich, dass es nur noch zum Schlafen (oder wenn wir weggehen) eine gibt und dass die nach dem Aufstehen sofort ausgezogen wird. Jetzt hat sie im Kindergarten festgestellt, dass es ja mit Pampers viel bequemer ist und möchte die am liebsten zuhause auch wieder die ganze Zeit haben. Da haben wir in den letzten Tagen schon ein paar Kämpfchen gehabt. Allerdings denke ich auch, dass sie jetzt erstmal vernünftig im Kindergarten ankommen soll, bevor wir das in Angriff nehmen. Vielleicht geht es ja auch auf einmal ganz einfach, wenn wir ihr sagen, dass sie jetzt die Große ist und die Windeln nur noch für das Baby da sind. Kann auch nach hinten losgehen, weil Mia in den letzten Tagen von sich wieder gern als kleine Babymaus spricht, aber einen Versuch ist es wert. 

Den ersten Elternabend haben wir auch schon gehabt. Da habe ich erfahren, dass Mia ein sehr fröhliches Kind ist, das viel lacht. Außerdem hat sie gern Körperkontakt zu den anderen Kindern. Das ist mir sofort am ersten Tag ja schon aufgefallen. Das erste Kind, das ihr über den Weg gelaufen ist, wurde sofort umarmt. Glücklicherweise ist Ryley auch in Mias Gruppe und die Beiden mögen sich anscheinend ganz gern. Das ist praktisch, weil Ryley direkt nebenan wohnt.

Was noch total auffällig ist, sind Mias enorme Fortschritte. Ich hatte ja vor allem bei ihrer Sprachentwicklung darauf gesetzt, dass das im Kindergarten besser wird, aber dass man in so kurzer Zeit solche “Ergebnisse” erzielen kann, hat mich umgehauen. Mia hat unheimlich viele neue Wörter und auch Sätze gelernt und sie spricht etwas deutlicher, auch wenn wir da natürlich noch sehr viel Arbeit vor uns haben und evtl. auch nochmal zum Logopäden müssen, weil sie “wenig Spannung im Mund hat”. Sie kann (mit etwas Hilfe) die Wochentage aufsagen, zählt nun einwandfrei bis 10 und will auch schon weiter. Nächste Woche kann sie bis 20, wenn das so weitergeht. Außerdem hat sie die Namen von fast allen Kindern bei ihr in der Gruppe drauf und kennt auch ein paar Erziehernamen von denen, die gar nicht oder nur ab und zu bei ihr in der Gruppe sind.

Was auch noch besser klappt, ist das Alleine-mit-der-Gabel-essen (da hatte sie ja nach 5 Gabeln immer keine Lust mehr und wollte doch gefüttert werden) und das An- und Ausziehen von Jacke und Schuhen. Da braucht sie zwar noch Hilfe, aber die Sachen werden zumindest ordentlich weggestellt oder aufgehängt und nicht mehr einfach durch die Gegend geschmissen.

Man kann also sagen, dass der Kindergartenstart bei uns ein voller Erfolg war, ich bin so stolz auf Mia und ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

Die “einsame” Mama

Schneeflocken im Hochsommer

Mia hat letztens ihre Backunterlage von Tupper in der Schublade gefunden. und fragte natürlich: Mama, was ´s daaas? Ich habe ihr dann erklärt, dass man darauf Plätzchen backen kann. Darauf sie: Oooh jaaa, Chleppse batte! Ich habe versucht, sie wieder davon abzubringen und gesagt, dass es noch lange dauert, bis wir Plätzchen backen, dass das erst geht, wenn ihre Schwester geboren ist. Allerdings hat das nicht funktioniert, jeden Tag hat sie mich mehrmals gefragt, wann wir denn endlich Plätzchen backen.

Am letzten Wochenende war es dann soweit. Zu ihrem Glück hatte ich sowieso schon Hunger auf Schneeflocken und so habe ich den Teig fertig gemacht und während ich vernünftige Plätzchen geformt habe, durfte sie auf ihrer Unterlage mit dem Teig matschen. Das hat ihr viel Spaß gemacht und wenn dann wirklich Plätzchensaison ist, versteht sie hoffentlich auch besser, dass man nicht einfach plattgedrückte Teigfladen aufs Backblech legen kann.

In den letzten Tagen hat sie wieder viele neue Wörter gelernt und auch viel erlebt, da meine Eltern zu Besuch waren und wir so tolles Wetter hatten, dass wir quasi nur zum Mittagsschlaf zuhause waren. Ich war wirklich erstaunt, wie weit Mia mit ihren kleinen Beinchen ohne Murren laufen konnte.

Meist wollte sie gar nicht mehr nach Hause. Besonders am Montagmorgen nach dem Einkaufen. Wir hatten schon die Hälfte des Weges geschafft, da fing sie auf einmal an, zu mosern und etwas zu weinen. Ich wusste erst gar nicht, was sie hat, bis sie dann sagte, sie wolle mit dem roten Auto fahren. Und dann fiel es mir auch wieder ein: Sie hatte im Supermarkt so ein Auto entdeckt und ich hatte ihr versprochen, dass sie nach dem Einkaufen damit fahren darf. Das hatte ich aber total vergessen und sie hat mir so leid getan, weil sie so artig war und es wirklich verdient gehabt hätte. Als ich ihr versprochen habe, dass sie beim nächsten Mal zweimal fahren darf, war es aber in Ordnung und zwei Tage später war es auch schon soweit. In Berlin steht quasi an jeder Ecke so ein Ding und Mia war glücklich.

Am glücklichsten war sie aber, dass der Anton auch zu Besuch war und sie ihrem Nino was von Antons Futter abgeben konnte. Außerdem hatten Oma und Opa neben ganz viel Zeit ja wieder tolle Sachen mitgebracht und hier auch noch welche gekauft. Ich war echt erstaunt, dass das nicht schon zuviel für Mia war.

Wir hatten auf jeden Fall viel Spaß.

Mia haut jetzt auch Schoten raus

So langsam geht es wirklich (endlich) los: Mia spricht in ganzen Sätzen und was dabei raus kommt, ist wirklich erstaunlich.

Heute nachmittag waren es 30 ° C bei uns in der Wohnung, Mia hat das nicht beeindruckt, sie ist trotzdem wie ein Derwisch hier rumgetobt und war dementsprechend verschwitzt. Also habe ich ihr gesagt, dass wir ihre Haare jetzt mal zum Zopf hochbinden müssen, damit sie es kühler hat und die Haare nicht so verkleben und es weh tut beim Kämmen. Madame hat das natürlich nicht eingesehen und es ergab sich folgender Dialog:

Mia, komm, ich mache dir einen Zopf.

-Nein, Mama, lai mi soss! (Nein, Mama, ich will keinen Zopf)

-Doch, das ist angenehmer für dich, dann schwitzt du nicht so. Guck, ich hab auch einen Zopf.

Mia guckt von mir zu Jörg und kommt zu folgendem Schluss:

Papa au a soss nit! (Papa hat auch keinen Zopf)

Ich habe mich aber durchgesetzt und sie hatte dann einen Zopf, es hat ihr wohl auch gut gefallen.

Schade ist jetzt, dass man hier ihren Tonfall nicht rüberbringen kann, es war zu scharf, ich bin erstmal Lachen gegangen.

Dann beschäftigt sie im Moment der Besuch in NRW am letzten Wochenende ungemein. Sie kann sich viele Sachen ja jetzt schon über unheimlich lange Zeit merken und so weiß sie natürlich noch, dass bei meinen Eltern im Garten Hasen wohnten. Die sind leider im Winter gestorben und mein Papa hat sich im Frühling ein paar Hühner nebst Hahn gekauft.

Jetzt wollte meine tierverrückte Tochter (von wem hat sie das bloß??) selbstredend die Hasen sehen. Also ist sie mit dem Opa in den Garten gestiefelt und er hat ihr dann erklärt, dass die Hasen tot sind und deshalb jetzt die Hühner da wohnen. Das war auch ok für sie, die Hühner waren auch toll, Hauptsache Viehzeug!

Heute abend beim Abendessen hat sie mir folgende Geschichte erzählt:

Opa Hase Darten. Hase tot. Hooner Darten. Hooner Haas esse Haus. (Opa hatte Hasen im Garten, die Hasen sind tot. Jetzt sind Hühner im Garten. Die Hühner haben in ihrem Haus Gras gefressen)

Es hat allerdings etwas gedauert, bis ich das so auseinanderklamüsert hatte, sie erzählt ja einfach immer das, was ihr in den Sinn kommt, ohne ihre Zuhörer richtig abzuholen. Ich hatte zuerst verstanden, dass die Hühner die Hasen gegessen haben und mich gefragt, wie sie wohl auf sowas kommt.

Das mit dem Totsein ist wohl was ganz Faszinierendes für sie, eine Zeitlang war für sie alles irgendwann mal tot und sie hat daran zumindest verstanden, dass man sich dann nicht bewegt oder weg ist. Unter “für immer” kann sie sich ja dann doch noch nichts vorstellen.

Auf jeden Fall kam Jörg heute abend nach dem Zubettbringen ganz entnervt aus ihrem Zimmer und hat mich gefragt, wer ihr eigentlich erzählt hat, dass die Hasen tot sind, gerade wären erst die Hasen, dann der Nino, dann der Sam, dann ich und dann er tot gewesen und er hätte sie nur mit Mühe davon abbringen können.

Man kann sich also jetzt mit ihr richtig unterhalten und sie kann auch immer präziser formulieren, was sie möchte, was Vieles einfacher macht.

Aber nicht nur mit dem Sprechen, auch mit dem Töpfchen machen wir Fortschritte. Sie möchte ihre Pampers zwar immer nur ungern ausziehen, aber wenn ich sie dann soweit habe, kann sie schon recht lange aushalten und die Unfälle halten sich in Grenzen. Manchmal steht sie mitten im Spiel einfach auf und rennt ins Bad, oft gehe ich mit ihr zusammen oder sage ihr, sie soll mal wieder gehen und manchmal muss ich sie regelrecht schicken, weil ich sehe, dass es ihr schon fast zu den Augen rauskommt, aber sie keine Zeit hat. Sie macht das auf jeden Fall wirklich sehr gut, im Moment ist sie jeden Tag stundenweise ohne Pampers (halt wenn sie nicht schläft und wir nicht unterwegs sind), das finde ich eine tolle Leistung. 

Die Mia-Mama

Schon länger nichts mehr geblogt

So, jetzt bin ich mal wieder dran! Nachdem mein Geschwisterchen ja einfach MEINEN Blog missbraucht, will ich mal wieder erzählen, was bei MIR so passiert ist:

Erstens plappere ich nun wirklich ALLES nach, was ich bei Mama und Papa so aufschnappe. Besonders stolz sind die Beiden darauf, dass ich nun meinen Namen sagen kann.

Zweitens war es bei uns in der letzten Woche auch ganz doll warm und Mama hat das ausgenutzt und mir neben meiner Kleidung auch meine Pampers ausgezogen! Das war was! Einen ganzen Nachmittag lang musste ich zum Pipi und Aa machen immer zu meinem Töpfchen rennen, das war ganz schön nervig. Aber es hat auch irgendwie Spaß gemacht und Mama hat sich so gefreut, weil bis auf ein paar Tropfen wirklich nichts daneben gegangen ist. Und wie stolz der Papa erst war, als er abends nach Hause kam und ich ihm ganz splitternackt entgegengesprungen bin. Aber nochmal will ich das erstmal nicht machen, das war doch ganz schön anstrengend.

Mein drittes Neues ist nicht schön, ich musste am Dienstag zum Arzt, weil ich am Oberkörper und in der Achselhöhle so einen Ausschlag habe, der auch etwas weh tut. Der Doktor hat sofort das böse Wort Neurodermitis in den Mund genommen und eine Fettsalbe aufgeschrieben. Leider ist es immer noch nicht weg, sondern die Pocken haben sich über meinen ganzen Körper ausgebreitet. Es juckt aber nicht und tut auch nicht weh, so dass Mama mich einfach nur schön eincremt, auf mein Essen aufpasst und nicht zuviel mit mir in die Sonne geht. Nächste Woche gehen wir nochmal zum Arzt, wenn es dann immer noch nicht besser ist. Ich freu mich schon, da krieg ich nämlich immer ein Bonbon.

Ja und viertens haben Mama und Papa beschlossen, dass s ab jetzt lieber selber über mich reden wollen, weil ich ja nun auch sprechen kann. Dies wird also mein letzter Beitrag sein, den Mama und Papa aus meiner Sicht schreiben, außer ich diktiere ihnen einen Artikel.

Bis später,
eure große Berliner Göre Mia Lara