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Anmeldung bei den Trauzeugen

Heute hab ich mich bei Mami’s und Papi’s Trauzeugen angemeldet und zwar in einem Restaurant, wo Mami und Papi zusammen mit ihren Trauzeugen ihren Glas/Papier-Hochzeitstag gefeiert haben.
Auch die beiden haben sich sehr auf mich gefreut und das Essen war auch sehr lecker, auf jedenfall das, was ich hier drin mitbekommen habe.

Wie die Omas und Opas von mir erfahren haben

Gestern hatte Papis Papa Geburtstag und Mami und Papi haben sich überlegt, dass es doch ein tolles Geschenk wäre, wenn sie meine Ankunft verkünden. Das haben sie dann auch in Form von blauen und rosa Babysöckchen, die die Mami nach dem Arztbesuch gleich gekauft hat und anhand des nun folgenden Briefes getan:

Sehr geehrte Frau (Schwieger-) Mama, sehr geehrter Herr (Schwieger-) Papa,am 22. .. .19.. gründeten Sie die Tochterfirma “Jörg” und legten damit den Grundstein für die jüngsten Entwicklungen in unserem Hause.
Am 03.09.2005 fusionierten die Firmen “Jörg” und “Christina” unter Ihren wohlwollenden Augen zu “Familie Ohnheiser”
Nun starten wir unser erstes gemeinsames Projekt. Der vorlüufige Name des Projektes lautet:
Enkelkind

Da Sie bereits selbst schon erfolgreich zwei Tochterfirmen gegründet haben und wir ihren umfassenden Erfahrungsschatz gerne weiter in Anspruch nehmen würden, müchten wir Ihnen nun in unserer Firma folgende Position anbieten:
Oma und Opa

Die angebotenen Stellen sind unkünd- und nicht übertragbar.Erste Informationen zum Projekt:
Projektstart: Anfang Februar 2007
Ende Projektphase 1: voraussichtlich Anfang November 2007
Bei Fragen, Anregungen etc. wenden Sie sich bitte an unsere Entwicklerin Christina. Anfragen bezüglich des Modellnamens und der Extras künnen leider erst bei der Prüsentation im November diesen Jahres preisgegeben werden. Bitte haben Sie Verstündnis für die Wahrung unserer Betriebsgeheimnisse.

In der Hoffnung, dass Sie die von uns angebotenen Stellen besetzen und uns mit Rat und Tat in hoffentlich noch sehr vielen Jahren zur Seite stehen müchten, verbleiben wir mit den allerliebsten Wünschen.

Christina und Jörg
Familie Ohnheiser

Papis Eltern haben sich sehr gefreut.

Bei Mamis Eltern wollten sie es eigentlich genauso machen, aber als sie dann alle zusammen in der Küche saßen und ein Werbeprospekt durchblätterten, in dem zu lesen war, dass Kindersachen kaufen glücklich macht, meinte Mamis Papi, dass sie das wohl auch mal versuchen müssten und Mami sagte, dass sie ruhig schon damit anfangen künnten und holte die Babysückchen raus.

Auch Mamis Eltern haben sich gefreut und nun warten alle gespannt auf meine Ankunft.

Wie ich mich bei Mami und Papi angemeldet habe

Jetzt, wo ich mich vorgestellt habe, will ich auch noch schnell erzählen, wie alles anfing:

Es war der 01. Februar, als Mami und Papi beschlossen, dass sie mich gern haben wollen. In den nächsten Tagen hatten sie sich noch viel viel lieber als sonst schon und ich machte mich auf den Weg.

Das erste Mal darüber nachgedacht, ob ich wohl schon da bin, hat Mami am 11. Februar, als ihr abends der Bauch ganz fies weh tat. Am nächsten Tag war ihr am Nachmittag plötzlich übel, aber sie hat gedacht, sie bildet sich das nur ein. In den folgenden Tagen trat diese _belkeit am Nachmittag immer wieder auf, aber Mami hat nichts darauf gegeben. Auch die Werte in der Temperaturkurve, die Mami geführt hat, blieben weit über dem, was sie gewohnt war, aber da sie erst ein paar Wochen vorher Medikamente für ihre Schildkröte bekommen hatte, dachte sie sich, das käme daher.

Ab dem 16. Februar begann Mami, auf die Anzeichen für ihre Periode zu warten, die sich immer mit Schmierblutungen ankündigte. Aber nichts passierte, nicht am 16, nicht am 17, nicht am 18. und auch nicht am 19. Februar, wo die Periode eigentlich kommen sollte. Am 20. Februar ging Mamis Temperatur auf einmal runter und Mami war schon etwas traurig, weil sie dachte, ich bin doch nicht da, obwohl ihr immer so schlecht war. Aber sie sagte sich, dass sie, wenn die Temperatur heute wieder gestiegen sei, doch mal einen Test machen wolle. Und natürlich hab ich die Temperatur wieder hoch gemacht, höher denn je, ich wollte Mami doch endlich mitteilen, dass ich da bin.

Also hat Mami ihren Morgenurin aufgefangen, hat sich angezogen und ist ganz früh morgens schon furchtbar aufgeregt zu einem Spaziergang aufgebrochen. Wir sind zu einem Laden mit einem blauen Schild und weißen Buchstaben am Eingang gegangen und da hat Mami eine blaue Schachtel gekauft. Zuhause hat sie ein weißes Stäbchen aus der Schachtel geholt, die Spitze davon in den Urin gehalten und ganz lange gezählt. Dann hat sie das Stäbchen hingelegt und ist weg gegangen. Nach ein paar Minuten wollte sie mal gucken, ob schon etwas angezeigt wird, aber da war nichts, noch nicht einmal ein Kontrollstrich. Also ist sie wieder gegangen. Nach weiteren Minuten ist sie wieder gucken gegangen und da war immer noch nichts zu sehen. Das wurde ihr dann doch zu dumm und sie hat das Stäbchen genommen und gedreht und gewendet und siehe da:

Es waren zwei Striche zu sehen und Mami wusste, sie wird Mami. Darauf musste sie sich doch erstmal setzen. Dann hat sie sich aber an das Naheliegende erinnert und mit Papis Kamera ein Foto von dem Stäbchen gemacht:

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Und dann hat Mami überlegt, wie sie es Papi am besten sagen soll. Sie hat sich dann dafür entschieden, dass ich es ihm lieber sagen soll. Ok, was macht man nicht alles für seine Mami. Ich hab mich also hingesetzt und den ersten Brief meines Lebens geschrieben:

Hallo Jörg,ich war total enttäuscht als du mich aus meiner Wohnung rausgeworfen hast! Und dann noch nicht mal durch die Tür, sondern durch den Abwasserkanal!

Und dann zerbrach mein Herz vollkommen, es zerbrach als ich festgestellt habe, das du mich betrogen hast, und nicht nur einmal, du hast neben mir noch Millionen andere gehabt, und uns alle hast du rausgeworfen!

Gelandet sich wir dann alle in einer feuchten nassen Höhle! Wir waren alle so sauer auf dich, das wir einfach nur gerannt sind, uns war kalt, wir hatten Angst!

Und dann, dann erstrahlte am Ende der Höhle ein helles Licht, das war die Rettung!
Wir rannten alle darauf los, und leider mussten wir feststellen, das wir in dieses Haus nicht rein kamen. Aber irgendwo musste doch ein Eingang sein…

Wir haben gesucht und gesucht, und dann habe ich, ja genau, ICH, den Eingang gefunden!

Und weißt du was? Dort lebte schon jemand, sie wurde auch von zu Hause rausgeworfen!

Wir haben uns zusammen getan, und dann geschah etwas seltsames, wir haben uns vereint, und die Kraft der Enttäuschung hat uns wachsen lassen!

Und weißt du was?
Bald sind wir groß genug, und dann finden wir den Weg aus dieser Höhle, und dann werden wir dich finden und dir das Leben zur Hölle machen!!
Wir werden dich jede Nacht mit Schreien wecken, dich anspucken, solange, bis wir bereit sind Dir zu vergeben!

Dann erst sind wir bereit dich zu lieben, für immer!

Dein Baby

Papi hat das erst nicht richtig verstanden und dachte, der Brief wäre von der Mami. Aber sie hat das richtig gestellt und gesagt, dass er vom Baby ist und dann hat Papi es begriffen, ist aufgesprungen und hat Mami ganz doll gedrückt und geküsst, so sehr hat er sich gefreut. Ich hoffe, er freut sich in ein paar Monaten, wenn ich dann da bin und ordentlich Krach mache, immer noch.